Die Geschichte des Yoga

Die Geschichte des Yoga

Auf der Suche nach Erleuchtung durch die Jahrhunderte

Indien – Größte Demokratie der Welt, multiethnisches Land im Wirtschaftsaufschwung, buntes, orientalisches Märchen aus 1000 und einer Nacht und geheimnisvolle Heimat der ältesten, philosophischen Lehren und Traditionen der Welt.

Der Name der indischen philosophischen Lehre YOGA taucht bereits um 400 v. Chr. in den mittleren Upanishaden, auf. Der Begriff Yoga, also „anjochen“, „zusammenbinden“ oder „anschirren“, illustriert die Vereinigung des Körpers mit der Seele als Mittel zur Sammlung und Konzentration. Aber schon in den älteren dieser philosophischen Schriften des Hinduismus, die etwa 700 v. Chr. entstanden sind, werden Übungen beschrieben, mit deren Hilfe dieser spirituelle Weg zum Einswerden mit Gott führen soll.
Im bekanntesten Epos indischen Ursprungs, dem Mahabharata, entstanden 300 v. Chr. – 500, findet sich Yoga als praktische Weiterführung der Theorien einer der ältesten, indischen Philosophien, des Samkhya. Die Suche nach Erleuchtung durch Meditation führt laut den klassischen indischen Schriften über die vier Yogawege Raja Yoga, Jnana Yoga, Karma-Yoga und Bhakti Yoga.
Die traditionell überlieferten, spirituellen Übungen, die zum Zurückziehen der Sinne führen und die Meditation erleichtern sollten, wurden im Laufe der Zeit durch zahlreiche Asanas ergänzt.

Diese körperlichen Übungen dienten ursprünglich vor allem dazu, dem Körper Kraft zu verleihen, um den anstrengenden, spirituellen Weg auch über einen längeren Zeitraum ohne körperliche Beschwerden beschreiten zu können. Die positive, befreiende Wirkung der Asanas, die für eine ausbalancierte Harmonie zwischen Körper und Geist sorgen, führte zur Entstehung des Hatha Yoga, einer körperbetonten Yoga-Form. Dieses „körperliche“ Yoga wurde erstmals in der Yoga-Schrift Hatha Yoga Pradipika im 15. Jahrhundert als eine Stufe auf dem Weg zum klassischen, spirituellen Raja Yoga beschrieben.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand der Begriff des „modernen Yoga“. Yoga-Übungen, ob meditativ oder körperbezogen, gelten als individuelle, stärkende Bereicherung des Alltags, unabhängig von Religion, Philosophie und Weltanschauung. Sie dienen als gesundheitsfördernde Stärkung von Körper und Geist und führen durch den alltäglichen Stress, der größten Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts, auf einem erholsamen Weg zu ruhigen, friedvollen und entspannten Momenten.