Die verschiedenen Yoga-Richtungen

Die verschiedenen Yoga-Richtungen

„Wissen ist besser als der bloße Vollzug von Ritualen.“ (Bhagavadgita)

Die verschiedenen Yogarichtungen und –formen zeigen vielfältige Wege, auf denen das Ziel, Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen, erreicht werden kann. Je nach Philosophie führt die Reise über geistige Konzentration, körperliche Übungen und Atemübungen oder Askese.

Viele modernen Yoga-Stile kombinieren meditativ orientierte Yogaschulen mit körperbetonten Techniken und integrieren den Selbsterfahrungsaspekt ebenso wie Fitness- und Wellness-Trends.

In den klassischen indischen Schriften werden ursprünglich vier Yoga-Wege beschrieben. Zum meditativen achtgliedrigen Raja-Yoga, zu der intellektuellen Richtung des „Jnana-Yoga der Erkenntnis“, zum selbstlosen Handeln des „Karma-Yoga der Tat“ und zu der Hingabe an Gott des „Bhakti Yoga Verehrung“ gesellte sich im 15. Jahrhundert das körperbetonte Hatha Yoga. Durch die Weiterentwicklung dieser Yoga-Form entstand die bekannte neuzeitliche Richtung des Iyengar-Yoga, von seinem Gründer als „meditation in action“ bezeichnet.

Das über 50 Jahren weltweit verbreitete Sivananda Yoga stützt sich auf fünf Grundpfeiler. Der Yogameister Sivananda entwickelt den Pferdewagen der Bhagavad-Gita technisch zum einem Automobil weiter, dessen Teile durch die Asanas regelmäßig geschmiert werden und dessen Batterien durch Atemübungen mit Energie aufgeladen werden. Mit einem Treibstoff aus richtiger Ernährung und mit Hilfe der Kühlung durch Entspannung lenkt es der Geist via Meditation und positivem Denken unfallfrei durch den Alltag Dynamische Bewegungsabläufe und Mantren lassen beim Kundalini-Yoga die Energie zu den Chakren fließen, das Heilyoga Kum Nye aus Tibet löst Blockaden durch Atemübungen, langsame Bewegungen, Selbstmassage und Rezitation von Mantren. Beim Tibetischen Traumyoga wirken geistig-yogische Übungen „im Schlaf“, die Übungen des Marma Yoga sollen lehren, den Körper sprechen zu lassen. Selbstverwirklichung und Gottvereinigung sind Ziele des „aktiven Kriya-Yoga“, diese „Schnellstraße zu Gott“ ist mit streng geheimen Atemübungen gepflastert.

Der Philosoph, Yogi und Guru Aurobindo Ghose verzichtet beim Integralen Yoga auf fest definierte Übungen und widmet alle Handlungen und Gedanken dem Göttlichen. Das musikalische Jivamukti Yoga und das Power-Yoga sind körperlich fordernde, moderne, dynamische Yoga-Richtungen, das Bikram Yoga setzt als so genanntes „Hot-Yoga“ auf 26, bei hoher Raumtemperatur durchgeführte Yoga-Übungen zur Entgiftung des Körpers.

Ob die klassischen Yoga-Richtungen oder ihre modernen Weiterführungen, in Deutschland haben bereits drei Millionen Menschen ihren persönlichen, passenden Yoga-Weg gefunden.